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Kemalismus, Geschichte und verborgene Einflüsse: Eine kritische Betrachtung


Moiz Kohen

Wenn man die Bücher von Kemal Atatürk studiert, stößt man laut einigen Forschern auf eine überraschende Erkenntnis: Die Geschichte, die uns das kemalistische System vermittelt hat, könnte größtenteils verzerrt oder falsch sein. Ist das nur ein Einzelfall, oder wird es weiterhin so bleiben? Können Menschen jemals beginnen, diese Narrative kritisch zu hinterfragen?

Kemalismus wird oft als die „Religion der Republik“ bezeichnet. Offiziell gilt die Trennung von Staat und Religion, doch Kritiker argumentieren, dass dies eine Maske sei. Im Kern sei Kemalismus stark ideologisch geprägt – beeinflusst von Mois Kohen, einem in Saloniki ausgebildeten Rabbiner, der nach Kabbala-Traditionen geschult wurde. Es wird behauptet, dass die republikanischen Gesetze, einschließlich des türkischen Zivilgesetzbuchs, unter Einfluss solcher esoterischen, teils als „heidnisch“ bezeichneten Lehren kodifiziert wurden.

Die Kritik umfasst mehrere Ebenen:

  1. Gesetzgebung: Es wird argumentiert, dass viele moderne Gesetze in der Türkei auf dem Code Napoléon basieren, der wiederum angeblich durch Kabbala und okkulte Prinzipien beeinflusst sei. Diese Kodizes seien nicht neutral, sondern dienten dazu, gesellschaftliche Kontrolle und Machtkonzentration zu sichern.

  2. Soziale Kontrolle: Laut diesen Thesen werden Elemente wie Alkohol, Glücksspiel, Drogen und finanzielle Abhängigkeit staatlich gefördert, um die Bevölkerung zu manipulieren. Familienstrukturen und traditionelle Werte werden gezielt geschwächt, wodurch ein kontrolliertes, abhängiges Volk entsteht.

  3. Bildung und Elitebildung: Es wird behauptet, dass wichtige Eliten – vom Militär bis zu Politik und Medien – über internationale Schulen und geheime Netzwerke, oft mit jüdisch-kabbalistischem Hintergrund, selektiert und indoktriniert werden. Dies ermögliche es ihnen, die Gesellschaft subtil zu steuern.

  4. Geschichtsinterpretation: Kritiker sagen, dass westlich geprägte Historiker und Akademiker in der Türkei systematisch falsche Narrative verbreiten, während tatsächliche historische Quellen vernachlässigt werden. Beispiele reichen von der Darstellung osmanischer Herrscher bis zu internationalen historischen Figuren wie Albert Einstein, dessen Name und Herkunft im historischen Kontext diskutiert werden.

  5. Vergleich zu anderen Rechtssystemen: Neben dem Code Napoléon und dem modernen türkischen Zivilgesetzbuch wird die Mecelle (osmanisches Zivilgesetzbuch) und der byzantinische Teodora-Code erwähnt. Die Mecelle wird als humanistisch und auf islamischen Prinzipien basierend beschrieben, während Napoléon als Instrument der Kontrolle und Manipulation gilt.

Diese Perspektive ist umstritten, aber sie wirft Fragen auf über die Trennung von Religion, Staat und die Einflussnahme geheimer Netzwerke auf politische und soziale Strukturen. Die Botschaft an die Leser lautet, kritisch zu denken, historische Quellen selbst zu prüfen und sich nicht nur auf offizielle Narrative zu verlassen.

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