Wir sprechen über Goldpreise.
Und gleichzeitig stellt sich die Frage: Bereitet sich die Welt auf einen großen Krieg vor? Warum horten die Zentralbanken so viel Gold? Genau das erklärt den Anstieg des Goldpreises. Herr İslam Memiş sagte, dass die USA dadurch enorme Gewinne erzielt haben. Aber was wird hier eigentlich eingepreist?
Die Zentralbanken halten physisches Gold – und Sie sagen immer wieder: Kauft physisches Gold, kauft physisches Silber. Das werden die wertvollsten Vermögenswerte sein. Nicht nur als Anlageform – wie etwa Bitcoin, dessen Name beliebig ist. Sogar Trump hat für seinen Sohn und seine Frau eigene Coins herausgebracht.
Und Sie haben noch etwas betont: Der Dollar verliert seine Funktion als Weltreservewährung. Für die Eurozone gab es einst ähnliche Erwartungen, die sich nie erfüllt haben. Die Währungen, die Dollar und Euro ersetzen sollen, sind der chinesische Yuan und der russische Rubel.
Auch wir haben zeitweise mit Russland Handel in unseren eigenen Währungen betrieben. Schon zu Zeiten von Turgut Özal gab es Tauschgeschäfte – wir lieferten Waren im Gegenzug für deren Öl und Gas. Doch in jüngerer Zeit, obwohl man den Handel in Landeswährungen anstrebte, funktionierte es offenbar nicht wirklich.
Nun betrachten wir die Spannungsherde in der Welt – Sie haben sogar die Karte in Goldtönen eingefärbt. Wir haben geschaut: Wer besitzt wie viel Gold?
Und wir sehen: Die größten Spannungen entstehen dort, wo die USA gezielt Druck ausüben. Schon bevor Trump an die Macht kam, sagte er: „Ich will keinen Streit mit irgendwem – mein einziger Rivale ist China.“ Seither erleben wir fast täglich Handelskonflikte.
Kürzlich erklärte Indien, dass es künftig weniger Energie aus Russland beziehen werde. Das gab der indische Premier bekannt.
Und wir fragen uns: Wo wird der nächste Konflikt ausbrechen? Zum Glück reden wir derzeit über eine mögliche Waffenruhe in Gaza – auch wenn Israel sie ständig verletzt. Es hieß, die Konferenz in Ägypten stehe im Zeichen des „Friedens im Nahen Osten“. Nicht „Frieden in Gaza“, sondern eine breitere Botschaft.
Aber was kommt als Nächstes?
Sie sagen, die Spannungen werden bis 2027 ihren Höhepunkt erreichen.
Ich sehe das aus finanzieller Sicht – ich bin kein Außenpolitikexperte. Aber wenn man die geopolitischen Entwicklungen und den neuen globalen Finanzrahmen betrachtet, wird der Nahe Osten ein ständiger Krisenherd bleiben – ein „Feuerring“. Hier ringen China, Russland und die USA um Einfluss.
China und Russland betrachten Iran als ihren Verbündeten. China investiert massiv in iranische Infrastruktur; Russland wiederum militärisch und geopolitisch. In Syrien, direkt an der türkischen Grenze, wird das Feuer nie ausgehen.
Doch ab etwa 2027, denke ich, wird sich der Fokus langsam verlagern – hin zu China.
Ich erwarte, dass China seinen Druck auf die Uiguren massiv erhöhen wird – vielleicht kein offener Krieg, aber etwas, das man als Völkermord bezeichnen könnte. Dann werden wir über Ostturkestan sprechen, so wie wir heute über Gaza sprechen.
Finanziell betrachtet:
Im östlichen Mittelmeerraum baut Israel seine Erdgasinfrastruktur aus. Dieses Gas soll nach Europa geleitet werden. Während die Region äußerlich ruhig scheint, wird die Aufmerksamkeit auf China gelenkt – und während die Welt über die Uiguren redet, wird das globale Finanzsystem neu geordnet.
Ich erwarte, dass Israels wirtschaftliche Aktivitäten in dieser Zeit – rund um 2027 – stark zunehmen werden. Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und im östlichen Mittelmeer werden natürlich auch uns betreffen, da sie in unserer Nachbarschaft liegen.
Was Russland und die Ukraine betrifft: Ich glaube, die Friedensverhandlungen werden nicht ewig dauern. Vielleicht noch in diesem Jahr oder bis 2027 sehen wir einen Waffenstillstand.
Aber beachten Sie: Das Kapital aus Russland und der Ukraine ist längst in die USA und nach Europa geflossen.
Kriege führen nicht nur zu menschlichem Leid, sondern auch zu enormen Vermögenstransfers. Immobilien, Unternehmen, Boden – all das wird billig verkauft, oft an westliche Investoren.
Wenn jemand in der Ukraine eine Wohnung hat, die 50.000 Dollar wert ist, verkauft er sie im Krieg vielleicht für 25.000. Und wer kauft? Investoren aus Amerika und Europa. So findet ein globaler Reichtumstransfer statt.
Diese Dynamik ist kein Einzelfall – sie gilt auch für Iran, Afrika oder Südafrika. Dort führen Energie- oder Stromprobleme zu Preissteigerungen, etwa beim Platin. Länder mit Rohstoffen erleben deshalb regelmäßig finanzielle Umbrüche.
Am Ende aber läuft alles auf eines hinaus:
Wir sind die letzte Generation, die Papiergeld benutzt.
Alle Länder bereiten digitale Währungen vor – China den digitalen Yuan, die USA den digitalen Dollar, Europa den digitalen Euro, auch die Türkei den digitalen Lira. Diese befinden sich derzeit in der Testphase.
Was bedeutet das?
Im Alltag wird sich kaum etwas ändern – wie beim Bezahlen mit Kreditkarte. Aber es wird kein physisches Bargeld mehr geben. Jeder wird ein digitales Konto haben, und jede Transaktion wird darüber laufen.
Offiziell heißt es: Das soll die Schattenwirtschaft bekämpfen. Aber in Wahrheit ermöglicht es totale Kontrolle – jeder Schritt wird nachvollziehbar.
Auch die Gesundheitsmodelle werden sich ändern:
Künftig wird der Staat Gesundheitskosten an individuelle Verantwortung knüpfen – wer raucht, trinkt oder sich ungesund ernährt, verliert staatliche Unterstützung. Deshalb sollte jeder schon jetzt eine Zusatzkrankenversicherung abschließen.
Am Ende sagen die Ökonomen: Folge dem Geld – das Geld zeigt, wohin sich die Welt bewegt.
Und derzeit zeigt es auf China.
Trump hat Zölle von 125 % auf chinesische Waren erhoben, weil die USA jedes Jahr Handelsdefizite von 800 bis 900 Milliarden Dollar hatten. 2008/2009 inszenierten die USA sogar ihre eigene Bankenkrise, um Vermögen zu verschieben.
Ohne die Corona-Pandemie hätte China das US-BIP wohl schon 2020 überholt. Jetzt rechnen viele mit 2030 oder 2050.
China bleibt zwar wirtschaftlich stark, aber das Land ist nicht völlig berechenbar – nicht, weil es verschlossen wäre, sondern weil die USA jederzeit Zölle, Patente oder Handelsbeschränkungen durchsetzen können.
China wurde lange von den USA genutzt – als billige Werkbank. Doch die Chinesen haben daraus gelernt, sich Ziele gesetzt und setzen sie nun erfolgreich um.
Wie zuvor bei Japan und Deutschland nutzten die USA gezielt wirtschaftliche Förderung, um politische Kontrolle zu sichern.
Und heute sehen wir wieder das Gleiche:
Ein kleiner Kreis von Familien – die globalen Finanzeliten – kontrolliert Gold, Geld und Produktionsmittel. Regierungen, auch demokratisch gewählte, sind oft von ihnen abhängig. Nur wenige Länder, wie die Türkei, versuchen sich dem zu entziehen.
Diese Machtkonzentration hält die Welt in Ungleichgewicht. Deshalb bleibt Krieg ein Mittel, um Ressourcen und Vermögen neu zu verteilen.
Doch eine neue Weltordnung ist unvermeidlich – vielleicht durch einen weiteren großen Umbruch, vielleicht durch den fünften „großen Aufstand“ der Menschheitsgeschichte.
Am Ende gilt:
Wenn man Gold, Geld und Macht in den Händen weniger konzentriert, zwingt das die Welt zu einer Neuverteilung.
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